Chronik

Hof

Brun zu Jeddeloh

Wischenstr

Die Chronik über die Familie zu Jeddeloh auf der Hausmannstelle des jetzigen Besitzers Brun zu Jeddeloh.

Es ist nicht klar wann die Höfe geteilt wurden.

vor 1305 Das Kloster Rastede ist Grundherr eines Hofes in Yedelo.

um 1305 Ein Hof wird einem Adligen mit Namen Klinge übertragen. Er ist der neue Grundherr.

1547 Inzwischen hat das Oldenburger Grafenhaus Anrechte auf diesen Hof erworben. Oltman tho Jeddelo zahlt jährlich eine Mark Koeschatt an den Oldenburger Grafen.

1573 Robe to Geddelo;

1579 liefert er jährlich 1 Molt (12 Scheffel) Roggen an die Edewechter Kirche.

1581 Roebe tho Jedelo

1586 Oltman zu Jeddelho (früh verstorben); er liefert jährlich 3 Molt (36 Scheffel) Roggen nach Oldenburg.

1595 Robe to Jeddelho, bis 1615 in den Registern
nach 1615 Oltman (tho Jeddelo), nicht in den Registern, nur 1626 genannt (siehe 1621).

1619 Eylardt tho Jeddeloe verwaltet den Hof (zieht dann nach Godensholt).

1621 Robe tho Jeddeloh, vor 1636 verstorben.

1626 Robe zu Jeddelohe; Vater Oltman, Großvater Robe

1636 Heuermann Johan Beken auf dem Hof;

1638: Der Hof ist hoch verschuldet, die Wiesen sind teilweise versetzt, und der
Heuermann hat den Hof verlassen, als man ihm die Pferde genommen hat.
Außerdem hat man eine Kuh verpfändet.

1641 Rencke Roeben zu Jedelhoe (Rencke Martens). Er hat den Hof übernommen unter der Bedingung, dass seine Tochter den 1627/28 geborenen Erben heiratet, im Einvernehmen mit der Obrigkeit.

1658 Erbe Oltman zu Jeddeloh, Sohn des Robe (siehe 1621), heiratet Gesche Martens, Tochter des Hofverwalters Rencke Martens. Rencke Martens stirbt 1677 mit 67 Jahren.

1686 hat Oltman zu Jeddeloh 94 Reichsthaler Schulden. Der Hof wird daher öffentlich versteigert. Es gibt drei neue Besitzer. Oltman zu Jeddeloh bleibt als Heuermann auf dem Hof; 1688 muss er den Hof verlassen. Er stirbt 1719 als Heuermann in Edewecht mit 91 Jahren.

1688 Im Jahre 1688 waren die Herrschaftlichen Schulden so groß, dass keiner seiner Söhne Röbe, Renke, Oltmann, Brun und Johann das Erbe mehr antreten konnte, so dass der Hof verkauft werden musste. Sie wohnten später als Heuerleute bzw. Köter in Edewecht, Osterscheps und Westerscheps und nannten sich dort mit einer Ausnahme (Renke Behrens) alle Oltmanns. Oltmann zu Jeddeloh verstarb 1719 91-jährig in Edewecht.

1688 wird Brun Junker, der als Sohn des Brun Junker 1648 auf der Hausmannstelle zu Specken geboren war, als neuer Besitzer dieses Hofes geführt. Nach der Übernahme der Hausmannstelle nimmt er den Namen Brun Jeddeloh oder Brun zu Jeddeloh an.

1690 wohnt Oltmans Sohn Robe im Schafstall, welcher mit seinen vier Kindern we-
der zu beißen noch zu brechen hat. Brun zu Jeddeloh stirbt 1711 mit 62 Jah-
ren.

1711 Brun zu Jeddeloh, geb. 1693; gest. 1741, 68 Jahre alt (Heiratet 1702 die Hausmanntochter Anna Heynie zu Edewecht.)

1741 Brun zu Jeddeloh, geb 1711: gest. 1778, 66 Jahre alt (Aus dessen Ehe mit Trine Engel geb. Heinje aus Edewecht gingen 6 Kinder hervor: Brun, Diedrich, Eilert, Gesche, Johann und Anna-Margrethe, die erst 1778 nach dem Tode des Vaters geboren wurde. Alle Kinder waren zum Zeitpunkt des Todes minderjährig. Der Bruder der Mutter, der Hausmann Johann Heinje zu Edewecht, wurde als Vormundschaftsbeistand bestellt.)

1778 Brun zu Jeddeloh, gest. 1838, 80 Jahre alt (Ehefrau Anna Catharina. Die Kinder Johann-Georg, Anna-Elisabeth, Diedrich, Johann Christian und Helena-Katharina. Der älteste Sohn und Erbe Johann Georg stirbt 1833 im Alter von 34 Jahren; er blieb ledig. Auch Anna-Elisabeth verstarb sehr früh und unverheiratet.)

1834

Wie bei Joh. Diedr. zu Jeddeloh liegt auch für den Hof von Brun zu Jeddeloh ein vom 11.4.1834 datiertes von Brun zu Jeddeloh verfasstes ausführliches

„Inventarium“ nach dem Stande von 1778 vor. Es umfasst u. a. die Gebäude, die Ländereien, das tote Inventar, die Gerätschaften und das lebende Inventar bis hin zu den Hunden.

Es würde zu weit führen auch dieses Verzeichnis, das für eine Erbschaftsangelegenheit erstellt wurde, vollständig wiederzugeben. Doch die Beschreibung einzelner Gebäude ist aus bautechnischer Sicht ganz aufschlussreich. Es heißt hierüber u. a.:

“ Der Nachlass bestand in folgenden Gebäuden:

A. In einem Wohnhause, selbiges war aus Bindwerk erbaut und mit Stroh gedeckt, die Wände desselben waren bis auf einige wenige geklemet. Das ganze Haus war in einem sehr baufälligen Zustande. Das Vorderhaus war zu Pferde -und Kuhställen eingerichtet, im Hinterhause im sogenannten Kammerfache, waren eine Stube und zwey Kammern. Die Stube hatte einen Fußboden von Lehm und einen dichten Oberboden von Dielen.

Es waren die benöthigten Fenster, in Bley eingefaßt, darin, auch war ein eisener Ofen darin.

In der einen Kammer war gleichfalls ein Fußboden von Lehm und ein dichter Oberboden von Dielen, auch waren in derselben nicht allein die benöthigten Fenster, welche alt und in Bley eingefaßt waren, sondern es waren auch zwey Alkoven-Bettstellen mit Vorderblättern ohne Schotten darin.

Der zweyten Kammer fehlte der Oberboden, es waren aber auch zwey Alkoven-Bettstellen mit Vorderblättern darin. Die eine dieser Bettstelle hatte Hinterm Herde ein Vorderblatt mit Schotten.

In dem unterschlage an der Ostseite war der Fußboden mit Straßensteinen gepflastert, der Oberboden war von Dielen, auch hatte es die benöthigten Bleyfenster.

Das Unterschlag an der West-Seite war mit drey Alkoven-Bettstellen ausgefüllt. Alkoven-Bettstellen waren mit Vorderblättern versehen. Das Haus hatte zwey große Einfahrts-Thüren und an jeder Seite eine kleine Thüre. Sämtliche Thüren , so wie auch die Stuben -und Kammer-Thüren waren mit dem benöthigten Beschläge versehen. Der Hausboden war mit Schlehten belegt. Drey Fach desselben vor dem sogenannten Kammerfache waren die Schlehten mit Lehm überzogen und auf diese Weise dicht gemacht, daß nicht Heu und Stroh durchging. * Der Hausboden war vom Stubenboden nicht getrennt.“

Unter B. erfolgt die Beschreibung einer Scheune.

„C. In einem kleinen Gebäude, in welchem der Schäfer wohnte. Es war von Bindwerk erbaut, mit Stroh und Heide gedeckt, sämtliche Wände waren geklemet, und hatte zwey Thüren welche mit dem benöthigten Beschläge versehen waren.

Eine Stube oder Kammer war nicht darin, wohl aber waren zwey Bettstellen darin. Auch waren an der einen Seite drey oder vier kleine Bleyfenster darin. Der Boden war nothdürftig mit Schleten belegt, so dass Stroh und dergleichen darauf gelagert werden konnten. Dieses Gebäude war alt und so kleinlich daß ihm der Name Wohnung nicht beigelegt werden konnten.

„D. in einem alten Speicher Derselbe war von Bindwerk erbaut mit Ziegeln gedeckt, die Wände waren verklemt. Er hatte zwey Thüren, welche mit dem benöthigten Beschläge versehen waren, auch hatte er einen dichten Oberboden von Dielen, einen Backofen und eine Hopfendarre.

Er war übrigens in einem sehr baufälligen Zustande um den Einsturz desselben zu verhüten, war er gestützt.“

Es folgt dann noch die Baubeschreibung von einem Schafkoven, einer Torfbude, einem „mit Holz aufgekleidetem Brunnen“ und einem Heuerhaus.

1838 Hofbesitzer wird daher der zweite Sohn Diedrich zu Jeddeloh, gest. 1852, 50 Jahre alt (Ehefrau Anna. Sie hatten 5 Kinder).

1852 Der 1841 geborene Sohn Brun Georg wurde 1852 Hoferbe. Da er aber zum Zeitpunkt des Erbantritts noch nicht volljährig war, konnte er den Hof erst bei Volljährigkeit übernehmen. Seine Ehefrau geb. Eilers stammte aus Howiek.

1870 Hofneubau das Gebäude bekommt dabei eine andere Himmelsrichtung

1875 Da der Bruder Gerd Eilers 1875 früh verstarb, erbte Ehefrau Helene Sophie zu Jeddeloh geb. Eilers den elterlichen Hausmanns-Hof in Howiek. Sie gingen nach Howiek zurück. Brun Georg verstarb im Jahre 1923. Da die Ehe kinderlos geblieben war, erbte der 1874 geborene älteste Sohn seines Brudes Eilert, Gustav zu Jeddeloh, den Hof. Er blieb jedoch in Howiek wohnhaft. Brun Georg zu Jeddeloh verpachtete den Hof.

1876 Pächter ist Friedrich Hollje, gest. 1915, 93 Jahre alt. Sein Sohn Eilert Hollje bleibt Pächter bis 1919 einschließlich seines Anteils an der Bauernziegelei.

1919 Pächter ist jetzt Johann Kruse. Er bleibt hier bis 1951. In seiner Zeit wurden noch zahlreiche zum Hof gehörende Moor –und Ödländereien kultiviert.

1928 brannte das Hauptgebäude des
Hofes durch elektrischen Kurz-
schluss ab.

Die Nebengebäude wie Spieker

und zwei Scheunen blieben vom

Feuer verschont.

1951 Bruno Georg zu Jeddeloh, Sohn des Gustav zu Jeddeloh in Howiek, und Ehefrau Lisa übernehmen den Hof. Bruno Georg stirbt 1990, 67 Jahre alt.

1984 Vorzeitige Hofübertragung an den Sohn Brun zu Jeddeloh, der in Howiek geboren wurde (Ehefrau Anke).

2004 Brun zu Jeddeloh errichtete einen Spezialbetrieb für Heidekulturen. Der Hof ist auch bekannt für die jährlich wiederkehrende „Kleine Landpartie“ auf dem weitläufigen Parkgelände am Hause, für die sich insbesondere Bruns Ehefrau Anke stark engagiert.

Erklärung

Plan

Bilder des Hofes um 1930

Hof1 BILD18
BILD15 BILD20
BILD16 HOF2
Pferde Börn 1
   

Der Wald von Jeddeloh

Wie der Name Jeddeloh ( Loh = Wald ) schon aussagt, muss das Gebiet des Ortes früher stark bewaldet gewesen sein. Carl Baasen schreibt u.a. in seinem Buch „Das Oldenburger Ammerland“, dass es im Ammerland nachweislich schon seit 819 keinen „Urwald“ mehr gegeben habe, d.h., dass der Wald seit dieser Zeit von den jeweils Berechtigten bewirtschaftet und genutzt wurde. Die vorherrschenden Baumarten waren nach Baasens Ausführungen die Eichen. An günstigen Stellen wuchsen auch vereinzelt Buchen und Eschen. Die Eichen lieferten dauerhaftes Nutzholz und gleichzeitig Eicheln für die Schweinemast. Nadelhölzer waren in unserem Raum derzeit vollständig verschwunden. Erst im 18. Jahrhundert wurden wieder Nadelhölzer angepflanzt und heimisch.

39 In dem Untersuchungsprotokoll eines Beauftragten der „Herzoglichen Durchlauchten“ vom 26.August 1786 „wegen der Halbherrschaftlichen Holzungen“ bei den Hausleuten Bruno und Johann zu Jeddeloh wird eine ausführliche Beschreibung wiedergegeben. Die Größe der Flächen, die Bodenverhältnisse, der Bewuchs und der Zustand des Waldes werden in diesem Bericht genauestens beschrieben. Auch in dieser Aufzeichnung ist nur von Eichen und vereinzelt von Buchen die Rede. Nadelhölzer werden hier nicht erwähnt. Da die Waldungen herrschaftliches Eigentum waren, wurde den Bauern die Art der Nutzung durch Holzeinschlag, durch die „Mästung“ und ggf. durch die Jagd genau vorgeschrieben. Die Einhaltung der Anweisungen wurden von der Obrigkeit kontrolliert. In dem o.g. Untersuchungsprotokoll ist auch ausgeführt, dass den beiden „Comparenten“ bedeutet wurde, dass „sie unverantwortlich mit den Holzungen verfahren hätten“. Die Hausleute wurden deshalb zur Zahlung einer „Brüche“ aufgefordert. Auch die Jagd war strengstens geregelt. Das Töten der gräflichen Hirsche und Rehe war schlimmster Jagdfrevel. In einer Verordnung Anton Günthers heißt es: „Es soll niemand ein Rohr (Gewehr) losschießen, bei Verrußt des Rohres und Strafe.“ Den Hunden mussten die Bauern einen Knüppel von wenigstens 4 Fingerdicke und der Länge des Hundes umhängen, der nachschleppte. Später wurde der Erlass dahin geändert, „den Hunden, so nicht in Ketten liegen, den fordersten Pfoten abzuhauen“.

Durch den Vertrag vom 23.Mai 1818 wurden die bisher halbherrschaftlichen Holzungen in Jeddeloh den beiden Hausleuten Brun und Johann zu Jeddeloh als völliges Eigentum der alleinigen haushälterischen Benutzung sowohl in Ansehung der Mast als des Holzfällens unter vertraglich genau festgesetzten Bedingungen überlassen. Es handelte sich um folgende Büsche:

a. dem Buschbock oder dem
Bruch

b. dem Göhl

c. der Raahe

d. dem Holze beim Esch

e. dem Holze um Brun zu Jeddeloh Kamp.

Die Überlassung je zur Hälfte erfolgte gegen Zahlung von je 150 Reichstalern an das Herzogliche Amt zu Zwischenahn. Durch die spätere Anpflanzung von Nadelhölzern veränderte sich dann der Wald in Jeddeloh. Eine Verringerung der Waldflächen erfolgte beim Sandabbau beiderseits der Straße Jeddeloher Damm auf der Harre. Die Straße war früher streckenweise ein Hohlweg. Der dort vorhandene Kiefern -und Tannenwald verschwand allmählich. Wo heute die Wohnsiedlungen entstanden sind, war einstmals Wald. Auch der zum Heinje Hof gehörende Kiefernwald am „Neuen Kamp“ wurde für die Sandentnahme abgeholzt.

Der zwischen dem Hof von Brun zu Jeddeloh und dem Kälberhof gelegene Eichenwald, mit teilweise Hex als Unterholz, wurde 1945 durch Beschuss stark beschädigt und im Laufe der folgenden Jahre größtenteils abgeholzt. Dem Sturm fielen 1972 weitere Eichen des Restbestandes zum Opfer, so dass heute nur noch wenige Bäume an diesen einst großen Bestand erinnern. Auch von dem angrenzenden mit Eichen bewachsenen Waldgrundstück von J.D.zu Jeddeloh sind nur noch Reste vorhanden. Der Kiefernwald, der einst die gesamte Fläche der heutigen Wohnsiedlung „Jüchters Tannen“ einnahm, wurde nach dem Krieg 1946 wegen des großen Holzbedarfs abgeholzt. Der auf dem jetzigen Baumschulgelände von J.D. zu Jeddeloh am Jückenweg früher vorhandene Tannenwald wurde größtenteils durch Sturmschäden und Abholzungen dezimiert und nicht wieder aufgeforstet. Auch kleinere Baumgruppen und Wallhecken fielen der Axt zum Opfer. Zahlreiche Straßenbäume wurden zugunsten des Verkehrs gefällt. Neuanpflanzungen erfolgten leider nur in geringerem Umfang.

Der Hof heute.

Literatur:

Albrecht Eckhardt (Hrsg.): Geschichte der Gemeinde Edewecht im Ammerland. Isensee, Oldenburg 2005, ISBN 3-89995-226-X

Heinrich Kruse, Klaus Kruse: Dorfchronik Jeddeloh I 800 Jahre. Eigenverlag 1990

Emil Wieker: Bauernhöfe, Siedlungshöfe und Wohnhäuser vor 1945 in den Ortschaften Jeddeloh I, Klein Scharrel, Jeddeloh II und Kleefeld Teil I. Regionalforschung in der Gemeinde Edewecht Bd. 2. Eigenverlag Edewecht 1995

Emil Wieker: Beschreibung der einzelnen Höfe und Häuser in Jeddeloh I vor 1945 (Nach Straßen und Wegen geordnet) Teil II. 3. Nachdruck. Eigenverlag Edewecht 1993.

Friedrich Winkler: Chronik der Gemeinde Edewecht. (1. Nachdruck von 1985) Eigenverlag, Edewecht 1974