Obgleich die Obrigkeit bereits im 17. und 18. Jahrhundert die Städte und Gemeinden aufforderte, „brauchbares Löschmaterial“ anzuschaffen, beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Edewecht erst auf ausdrückliche

Anweisung des Großherzoglichen Verwaltungsamtes am 28. März 1877 die „Anschaffung einer für die Gemeinde hinreichenden Spritze im Kostenpreise von 600-1000 Mark.“ Gegen den weiteren Beschluss, diese Kosten „über die ganze Gemeinde nach dem 
Fuße der Grund -und Gebäudesteuer 
zu verteilen“, protestierten die Gemeinde-
ratsmitglieder der umliegenden Ortschaf-
ten, auch die aus Jeddeloh I, da sie durch die Anschaffung der Spritze keine Vorteile haben würden. Dieser Protest wurde jedoch vom Oberverwaltungsamt abge-
lehnt. Am 11. März 1907 beschloss dann der Gemeinderat den Ankauf einer Hand-Druck-Spritze für Jeddeloh und Osterscheps . Ferner wurde 1908 der Bau eines Spritzenhauses auf dem Gelände der Ziegelei OltmannsEcke Jeddeloher Damm – Jückenweg beschlossen. Am 31. März 1908 wurden vor dem Amt Westerstede die Spritzenmeister und Rohrführer jeweils für 4 Jahre vereidigt.

Es waren dies:

Spritzenmeister – Ziegeleibesitzer H.F. Oltmanns (RIN 3711)
Stellvertreter – Maschinendfabrikant G. Bünting
Rohrführer – Gastwirt Georg Bunjes
Stellvertreter – Schuhmachermeister Joh. Lübben

Ab 1912 übernahmen diese Aufgaben:

Spritzenmeister – Schmiedemeister Gerhard Feldhus(RIN 4420)
Stellvertreter – Gastwirt Georg Bunjes
Rohrführer – Schuhmachermeister Joh. Lübben
Stellvertreter – Tischlermeister Georg Lübben

Freiwillige Feuerwehr Jeddeloh I um 1935
1. Reihe: Hermann Butgereit, Dietrich Frahmann,
Johann Hinrichs, Georg Schröder, Johann Kelling,
2. Reihe: Georg Heinje, Dietrich Hollje, Ludwig Schröder
Georg Harms, Johann Oltmanns

In Jeddeloh I gab es Brände, wo durch den Einsatz der Feuerwehr größerer Schaden verhütet werden konnte. Am 16. Februar 1928 brannte das Wohn -und Stallgebäude von Gustav zu Jeddeloh (RIN 898) , das von Johann Kruse bewohnt war, bis auf die Grundmauern ab. Die Nebengebäude konnten durch den Einsatz der Feuerwehren von Jeddeloh I und Edewecht gerettet werden. Durch die dem Anwesen gegenüberliegende Wasserkuhle, die „Börn„, stand genügend Löschwasser zur Verfügung. Unter anderem kamen 5 Pferde und 6 Milchkühe und große Mengen Erntevorräte in den Flammen um. 

An 22. Februar 1929 brannte das Wohn-Stallgebäude von v. Aschwege vollständig nieder. Die Brandbekämpfung war wegen Wassermangel erschwert. Die Bewohner konnten nur das nackte Leben retten. 

Ein weiteres Großfeuer gab es am 15. Juni 1930 in der Maschinenfabrik Bünting . Das Feuer entstand bei der Torfbefeuerung im Kesselhaus und vernichtete das Kesselhaus, das Dach des Maschinenhauses und ein Stallgebäude. 

In der Nacht vom 17. Oktober 1935 wurde die Jeddeloher Wehr zu einem Brand bei der Witwe Lübben hinter Hinterm Esch 7gerufen. Trotz des schnellen Eingreifens brannten das Hauptgebäude und der Schweinestall nieder. Neben den Futter-
vorräten, landwirtschaftlichen Maschinen, Geräten und dem Hausrat verbrannten mehrere Schweine und Kälber.

Im November 1933 wurde, wie auch anderenorts, die Jeddeloher Wehr aufgelöst und als ein Zug der Edewechter Feuerwehr unter einheitlicher Führung des Gemeindebrand- meisters angegliedert. Diese Neugliederung wurde jedoch im März 1934 wieder rückgängig gemacht und eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Brandmeister wurde Schuhmachermeister Johann Lübben

Er wurde 1935 von Gustav Böhning und dieser 1938 von Johann Kelling abgelöst. 

Die Wehr hatte in all den Jahren zwischen 20 und 30 aktive Mitglieder. An Gerätschaften besaß sie eine Hand-Druck-Spritze mit einer Leistung von 150l pro Minute, 110 m C-Schläuche und zur Alarmierung waren im Dorf vier Hörner verteilt. 

Freiwillige Feuerwehr Jeddeloh I, 1943 von links:
1. Reihe: Georg Lübben, Heinrich Siemers, Johann
Oltmanns, Johann Hollje, Johann Lübben,
Johann Kelling, Fritz Deeken, Gerhard Heinje, 
Wilhelm Blanke
2.Reihe: Gerhard Peters, Georg Bünting, Otto
Lübben(RIN 4405)Gustav von Aschwege, Gustav Lübben,
Georg Schröder, Fritz Gertje-Janßen, Johann
Jacobs, Fritz Heuer
3. Reihe: Adolf von AschwegeAugust Deeken,
Wilhelm Leßmann, August Dierks, August Blancke,
Gustav Lübben, Franz Witte, Diedrich Hollje, 
Reinhard Blancke, Georg Behrens
Während des Krieges wurden fast alle nicht als Soldat einberufenen Männer ab etwa dem Geburtsjahrgang 1880 für den Einsatz bei der Feuerwehr verpflichtet. Im Januar 1944 wurde in einer Meldung an die vorgesetzte Behörde die Stärke der Einheit mit 24 Feuerwehrmännern, 22 Ergänzungskräften (männl.) und 12 Feuerwehrhelferinnen angegeben. 

In den letzten Kriegstagen war das kleine Spritzenhaus durch Beschuss stark beschädigt worden. Die Spritze blieb aber einsatzfähig. Die Einheit war jedoch ohne jeglichen Zusammenhalt. Auf einer Versammlung am 7.Februar 1948 wurde die Feuerwehr Jeddeloh I wieder neu gegründet. Nach der anfänglichen Begeisterung musste der Versuch, eine einsatzfähige Wehr zu bilden, als misslungen angesehen werden. 

Inzwischen war auch das Spritzenhaus immer mehr verfallen. Geräte, Ausrüstungsgegenstände und Uniformen waren abhanden gekommen. 

Ein weiterer Versuch zur Wiederbelebung wurde dann nicht unternommen, so dass die Ära der Jeddeloher Feuerwehr 1950 beendet war. Die Reste des Spritzenhauses wurden abgebrochen. 

Autor: Klaus Kruse