Bericht von Heinrich Kruse und Klaus Kruse, Jeddeloh I, 2011 anläßlich des Schuljubiläum neu überarbeitet 

In Jeddeloh I wurde das Schulwesen verhältnismäßig spät ausgebaut. Die Kinder müssten zum Schulbesuch inEdewecht lange Wege zurücklegen. Besonders im Herbst und im Winter war für sie bei den schlechten Wegverhältnissen kaum ein Durchkommen. Bei der steigenden Schülerzahl versuchte man, dem Übelstand des schwierigen Schulbesuchs abzuhelfen. So löste man in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die bis dahin bestehende Bindung mit der Schule Edewecht. Zunächst wurde, nach mündlicher Überlieferung, der Unterricht in dem Reilschen Haus „Hinterm Esch“ abgehalten.


Das ehemalige Reilsche Haus.

Nachgewiesen ist folgendes:
Die Kinder mussten zum Schulbesuch in Edewecht langeWege zurücklegen. Besonders im Herbst und imWinter war für sie bei den schlechten Wegverhältnissenkaum ein Durchkommen. Daher gab es im Winter eineprivate Winterschule auf dem Hof des Hausmanns Johannzu Jeddeloh.

Auszüge aus Rechnungsbüchern des Hausmanns Johann zu Jeddeloh

1811 
Im Herbst unserm gewesenen Schulhalter Brackendorf 1 Thaler mehr bezahlt, als mir für die Schüler bezahlt ist.

1814 
Unserm gewesenen Schullehrer Gerd Eilers von Godensholt 3 Thaler.

1817 
12. Oktober ist unser Hauslehrer Hinrich Wicke von Oldenburg zu mir gekommen. Er lehrt bis Ostern 1818, sind 22 Wochen und 13 Tage. Er ist für 2 Kinder bei mir 9 Wochen in Kost, bis zum 16. Dezember, und bei Brun 13 Wochen und 13 Tage.

1819 
6. November ist unser Hauslehrer Herr Meine zu mir gekommen. 8. November ist die Schule angefangen. Er ist bei mir bis zum 16. Januar 1820. Er ist aus dem Hannoverschen Amt Bissendorf, Dorf Westenbasele.

1820 
24. Februar ist Herr Meine seine Frau Brumund gekommen. Ist bei mir gewesen bis zum 8. April.

1820 
13. November: Herr Diedrich Wilhelm Meine die Schule in Jeddeloh angefangen in meinem Haus imSchlaar.

15. Dezember: Die Schule in meinem Speicher angefangen, bis Ostern. 
Anmerkung:Am 13. November 1820 wurde also in Jeddeloh die erste Schule gegründet. Das Anwesen lag an dem Weg nach Jeddeloh II in der Nähe der heutigen Schule. (siehe Karte). Da das Gebäude keinen Ofen hatte, wurde der Unterricht in den Wintermonaten dann in dem Speicher auf dem Hof von Johann zu Jeddeloh fortgesetzt. 

1820 
23. November: Gerd Bölts auf Scharrel ist mir schuldig an Schulgeld für den Winter 1816 bis Ostern 1817: Für seine Söhne Johann und Gerd ä 1 Rthlr. = 2 Reichsthaler. Er ist mir ferner schuldig für die Schulstube im Winter 1818 bis Ostern 1819: Für seine 2 Söhne und Tochter Anne Margrethe a 12 gr. = 36 Groten.

1821 
10. Januar: Unserm Schullehrer Meine eine Quene verkauft.

1822 
20. Oktober: Ein Ofen in Meine seine Stube im Schlaar-Hause

1824 
Mein neues Haus im Schlaar (Heuerleute: Harm Frahmann, Schulhalter Meine, Ehefrau Brumund)

1825 
Im Frühjahr Schafmist aus unserer Hütte bei der Bardwiese: 
Johann Hinrich Öltjen Bruns 2 Boote voll
Schullehrer Meine 1 Boot voll

1825 
Diedrich Wilhelm Meine, Heuermann in Jeddeloh, Tochter Johanna Louisa geboren

1827 
16. Oktober: 12 Kinder in der Schule 07. November: 31 Kinder in der Schule (Kirchenarchiv Edewecht: Schulbesuchsprotokolle des Pastoren)

1833 
31. Dezember: Maßregeln des Consistoriums in Oldenburg zur Sicherung eines regelmäßigen Besuchsder Landschulen 2)

1832 
Wird in Erwägung gezogen in Jeddeloh eine eigene Schulacht zu gründen. Der Edewechter Lehrer Egelriede machte sich daraufhin Sorgen um sein Einkommen. 
„Die Jeddeloher wollen wohl eine Schule haben, aber sie haben kein Geld eine Schule zu bauen und einen Lehrer zu salarieren.“

1834 
Peter Friedrich Ludwig zu Jeddeloh:
Heuerhaus im Schlaar an die Schulacht verkauft und für schulische Zwecke umgebaut. Platz war für 50Schulkinder. Schullehrer ist Peter Friedrich Ludwig Schröder und blieb bis zu seinem Tode 1850 im Amt. 

1840 
Nachfolgend das Verzeichnis der schulpflichtigen Kinder zu Jeddeloh, wie sie die Schule von Mai 1840 bis dahin 1841 besucht habe, welche im Sommersemester 84 Tage und im Wintersemester 108 Tage gehalten-

Hier finden Sie das Klassenbuch von 1841

Die Lage der Schule zur damaligen Zeit, zeigt der Kartenauschnitt aus einer Karte von 1850.


1845
Der schlechte Zustand des Gebäudes und die steigende Kinderzahl, 1845 wurden 95 Kinder unterrichtet, machten entscheidende Maßnahmen erforderlich. Über eine am 17.12.1845 durchgeführte Besichtigung des Schullokals wurde folgendes Protokoll erstellt:

Actum

„zu Jeddeloh in dem Schullocale daselbst den 17. Decbr. 1845. Nachmittags

Zur Besichtigung des Schullocals zu Jeddeloh behuf Erneuerung recp. Vergrößerung war auf heute Termin angesetzt und hatten sich vom Schulvorstande eingefunden Herr Amtmann Hollmann, Herr Pastor Roth, Schullehrer Schöder, die Juraten Diedrich (zu?)Jeddeloh (RIN 863) und A.B. von Seggern und der unterzeichnete Auditor, sowie mit dem Kirchspielvogt Öllien der Ausschuss P.F.L. zu Jeddeloh (RIN 114)(RIN 114), Diedrich Kruse, Eilert Jürgen Jeddeloh (RIN 543), Johann Christian zu Jeddeloh (RIN 870) als Ersatzmann des weiland Gerd Ripken, sämtlich aus Jeddeloh, und Eilert Heinje von Klein-Scharrel. Auch war als Sachverständiger Gerd Krüger von Ekern anwesend.

Die Besichtigung des Schullocals ergab, dass die Stube höchstens 50 Kinder fasse; mithin zu klein sei, indem nach Versicherung des Schullehrers 95 Kinder, davon 7 von Klein-Scharrel, 5 von Vegesack und die übrigen von Jeddeloh, die Schule besuchten. Demnach unterlag es keinem Zweifel, dass auf irgend eine Weise für eine größere Schule durch Anbau oder Neubau gesorgt werden müsse und war man allgemein der Ansicht, wie es am zweckmäßigsten sei, dass die jetzige Schulstube um soviel durch einen Ausbau verlängert werde, als nötig sei, um eine Anzahl von 150 Kindern gehörig placieren zu können.

Der sachkundige Herr Krüger bemerkte, die Seitenmauern der jetzigen Schule müssten abgebrochen, in die Höhe geführt und p. m 12 Fuß verlängert, die Giebelmauer ganz abgenommen und neu aufgebaut, auch der Fußboden bis zur Wasserfreien Höhe gebracht werden.

Die jetzige Wohnstube des Schullehrers nebst Schlafkammer sei, um einen Raum für 150 Kinder zu gewinnen, mit der Schulstube zu verwenden und dagegen zum Ersatz dem Schullehrer im Osten des Hauses eine neue Wohnstube und Kammer einzurichten. Dieser ganze Bau würde annähernd 600 Rt. Kosten.

Der Ausschuss erklärte: obgleich er die Notwendigkeit der Vergrößerung der Schule nicht verkenne, so wisse er doch nicht, die Mittel hierzu aufzubringen. Die Schulacht zähle nur zwei Bauern, einen alten Köter, und die übrigen seien entweder neue Anbauer, oder Grundheuerleute und sämtlich unbemittelt. Zudem habe dieSchulacht bei sehr geringem Einkommen, in dem der Buchweizen seit drei Jahren fast mißrathen, in diesem Jahre schwere Abgaben zu prästiren. Sie habe eine große Anlage zu Brückenbauten über die Vehne und Weganlagen über sich ausschreiben lassen. Großherzogliche Cammer habe ihre Gemeinschaftsplacken zu Gefallen angesetzt und fordere die Nachlagegelder wozu er – bemerkte P. Jeddeloh – im Ganzen p.m. 200 Rt. an die Herrschaftliche Casse erlegen müsse. Überdies habe die Schulacht vor etwa 10 Jahren, als solche sich constituiert, ein Schulhaus angekauft, darauf mit späteren Anlagen 1000 Rt. verwandt; und hierbei komme in Betracht, dass die jetzige Vergrößerung der Schule, lediglich Folge der großen Ansiedlungen im Moore, als notwendig sich herausstelle, dass diese erneute Ausgabe durch die Anbauer und Ansiedler, mithin durch Schulachtsmitglieder, welche zu den Kosten nichts beitragen könnten, bewirkt werde.Dem sachkundigen Krüger ist sodann aufgegeben, einen Riß und Kosten-Anschlag anzufertigen.Vorgelesen, genehmigt, unterschrieben

Roth
D. zu Jeddeloh (RIN 863)
Schröder Öllien 
P.F.L. zu Jeddeloh (RIN 114)
Eilert Heinje 
Diedrich Kruse 
Eilert Jürgen Jeddeloh (RIN 543)
Johann Christian zu Jeddeloh (RIN 870)
Anton v. Seggern -Seggern, Berend Anton von

Actum
Driver“

1846 
In einer Petition beklagt man sich. Eine derart hohe Summe war jedoch nicht ohne weiteres aufzubringen. Die Schulacht bestand aus zwei Hausleuten, einem alten und drei neuen Kötern, sowie 51 Ansiedlern, die wegen noch nicht abgelaufener Freijahre nicht schulanlagepflichtig waren. Wegeanlagen und ein Brückenbau über die Vehne belasteten alle Bewohner stark; außerdem war der Buchweizen beinahe die einzige Geldquelle seit drei Jahren nicht geraten. Man ließ den Plan eines Umbaues wieder fallen. 

1847 
Eine entscheidende Wende kam in das Schulproblem, als, auf ein Gesuch des Schulausschußes an die Großherzogliche Kammer zur Erlangung eines Vorschusses für einen Schulneubau, am 9. Januar 1847 ein zinsloser Vorschuss von 1000 Talern bewilligt wurde, der nach einem Freijahre innerhalb 16 Jahren in Raten zurückgezahlt werden musste. Ein Jahr später hatte sich für die alte Schule mit Nebengebäude in Anton G. von Seggern zum Vegesack ein Käufer gefunden, der 390 Taler zahlte.

Nach dem Verkauf wurde vorübergehend wieder Unterricht im Spieker des Hausmanns zu Jeddeloh gehalten.

1848
In der einklassigen Schule werden 93 Schulkinder unterrichtet.

Nach der endgültigen Genehmigung des angefertigten Risses (Zeichnung) für das neue 83 Fuß lange und 38Fuß breite Schulgebäude legten die Unternehmer Johann Logemann aus Oberlethe und H.A. Stolle aus Tungeln am 14. Januar 1848 ihren „Bestück und Kostenanschlag“ vor.

Laut Protokoll des Schulvorstandes vom 25. Januar 1848 wurde dann den beiden „Annehmern“ das Änderungsprotokoll, Bestück und Bedingungen in Abschrift zugefertigt und denselben der Zuschlag erteilt. Der Baubeginn wurde auf den 1. April festgelegt. Das Gebäude musste in 6 Wochen unter Dach gebracht werden, um gegen den 14. August ganz vollendet abgenommen werden zu können.
Die Kosten für den Neubau sollten sich auf 1860 Taler belaufen. Bei Wiederverwendung der guten Materialien aus dem alten Schulgebäude sollten 400 Taler angerechnet werden.

Von dem Ausschuss wird noch vorgeschlagen:

„Ein Teil der Materialien z.B. die Steine werde der Jurat besser auf der in der Nähe gelegenen Ziegelei unter der Hand billig kaufen, falls er sofort Zahlung zu leisten in Stand gesetzt werde.“

Um das neue Gebäude „gegen den Fehler der Nässe zu schützen, müsse der Bauplatz wenigstens 2 Fuß über Meyfeld“ aufgefahren werden. Für diese Arbeiten waren Spanndienste von den Bespannten der Schulacht undHanddienste von den übrigen Eingesessenen zu leisten. Während des Schulneubaus wurde der Unterricht vorübergehend im „Spieker“ beim Hausmann P.F. Ludwig (RIN 114) bzw. Joh.zu Jeddeloh (RIN 125) abgehalten. DerHausmann P.F. Ludwig zu Jeddeloh, geb. 1801 (RIN 114) , verunglückte am 27. Mai 1848 tödlich. Er hatte Kalk für den Bau der Schule von Oldenburg geholt, als seine Pferde auf der Ofener Straße vor der Artilleriekaserne scheuten und durchgingen.

1855
findet man in den Unterlagen einen Lehrer Johann Eilers. Das Evang. Oberschulkollegium übernimmt die schulischen Kompetenzen des Konsistoriums. Die Schulpflicht wird eingeführt.

1858 
Im März forderte der Schulvorstand vom Großherzoglich-Oberschulcollegium die Anstellung eines Winterlehrers für etwa 30 Schüler von Anbauern am „Langen Damm“ (Jeddeloh II). Die Schulacht konnte diese Kosten nicht übernehmen, da sie noch Schulden abzutragen hatte. Es wurde darum gebeten, dass die Zahlung des Winterlehrergehaltes doch von der Staatskasse übernommen werden sollte. 
Das Evang. Oberschulkollegium fordert die Einrichtung einer zweiten Klasse. Da die Schulacht Jeddeloh aber noch ihren Staatskredit abzuzahlen hatte, unterbreitete sie den Vorschlag, das Gebäude zwar zu erweitern; aber die Finanzierung des zweiten Lehres müsse dann der Staat übernehmen.Am 30. März 1858 entschied das Oberschulkollegium in Anbetracht der hohen Schülerzahlen und der klammen Kassenlage eine vorläufige Teilung des Schulunterrichts in zwei Abteilung. Der einzige Lehrer sollte die Ober- und Mittelklasse jeweils am Montag und am Donnerstag ganztags, die Mittel- und Unterklasse Dienstag- und Freitagvormittag und nachmittags die Ober- und Mittelklasseund am Mittwoch und Sonnabend die Mittel- und die Unterklasse unterrichten. 

1863 
trat erneut das Problem der Schulraumnot auf. Die sich rasch vergrößernde junge Moorkolonie „Jeddeloher Wiesen“ schickte zu dieser Zeit 53 Kinder und der Ort Klein-Scharrel, der sich inzwischen siedlungsmäßig ebenfalls stark erweitert hatte, 21 Schüler nach Jeddeloh in die Schule, so dass diese von insgesamt 161 Kindern besucht wurde. Am 10.12 1863 unterbreitet der Jeddeloher Schulvorstand dem Evang. Oberschulkollegiums den Vorschlag eine neue Schulacht aus den Bewohnern von Klein-Scharrel, den Siedlern vom Langendamm und denen aus der sog. Jeddeloher Wiesen zu bilden. Damit würde sich die Schülerzahl auf 87 reduzieren.Doch die Mittel fehlten. 
Die meisten Siedler und Anbauer lebten in ärmlichen Verhältnissen. Die Scharreler Eingesessenenprotestierten gegen dien Vorschlag mit dem Argument, sie hätten einen guten Weg nach Jeddelohgebaut und man wisse noch gar nicht, wie sich der Ort entwickelte. (Ausweitung des Siedlungsgebietes, Kanalbau).

1865 
das Oberschulkollegium beschließt die Bildung der Schulacht Jeddeloh II. Am Langendamm bei EilertKrügers Anbaustelle wird eine neue Schule eingerichtet.

1866 
Bei Eilert Krügers Anbaustelle in den Jeddeloher Wiesen für die Kinder der dortigen Siedlung und gleichzeitig fürKlein-Scharrel wird ein einklassiges Schulhaus gebaut. 
Der Schulunterricht in Jeddeloh II begann mit 83 Schulkindern, 53 kamen aus der Siedlung Langendammund Jeddeloher Wiesen und 21 Schulkinder aus Klein-Scharrel

1888 
gingen 105 Schulkinder in die Schule Jeddeloh II. Zunächst wurde eine Unter- und Oberklasse eingeführt. Der Gesamtzustand war jedoch unbefriedigend. Daher beschloss man die Einrichtungzweier einklassiger Schule. Eine am Hunter-Ems-Kanal (Jeddeloh II) und eine am Scharreler Damm (Klein Scharrel), und den Verkauf des bisherigen Schulgebäudes, Wischenstr. 18.

Um 1890 
reichte das Schulgebäude in Jeddeloh I wieder nicht aus. Es wurde daher am 17. März 1893 der Anbau einer zweiten Schulklasse vom Schulausschuß beschlossen.

1898 
wird ein „Abort“ an der Schule errichtet. Dieses wurde 1907 wieder abgerissen und durch eine Scheune und Abort ersetzt. Auf der linken Seite befand sich das Torflager. Auf der rechten Seitebefanden sich die Toiletten. Hinter der ausgehängten Tür war die Toilette für die Jungs. Auf dem Boden war eine Rinne. Daran schlossen sich die „Plumsklo’s“ an. Eine Sitzgelegenheit mit offenemJauchekammerzugang.1912Nach Schulleiter Moritz wurde 1912 der aus Westerscheps kommende Junglehrer Georg Engelbart Schulleiter in Jeddeloh. Aber er wurde 1915 zum Kriegsdienst einberufen. Von 1915 bis Kriegsende vertrat ihn Junglehrer Gustav Freitag. Er bewohnte mit seinerFamilie die sich an die Klassen anschließende Wohnung. 

Ein Schüler schrieb:
Der Hauptlehrer Engelbart, eine Respektsperson im Dorf, war sehr streng. Die Prügelstrafe gehörte dazu. War kein Stock mehr da, musste der Übeltäter selbst einen neuen vom Nussbaum im Schulgartenholen. 
Zur Aufbesserung seines Gehaltes betrieb der Lehrer nebenher eine kleine Landwirtschaft mit zwei Kühen und Schweinen, und er hatte einen großen Garten. Ältere Schüler mussten da auch schon mal nachmittags helfen.

1988 wurde Gustav Freitag im Alter von 95 Jahren über seine Tätigkeit in Jeddeloh befragt. Er konnte sich noch gut an seine Lehrtätigkeit in Jeddeloh erinnern und erzählte:

„Mir wurde 1915 die Schulleitung der Jeddeloher Schule übertragen. Ich hatte gerade das Lehrerseminar beendet. Die Unterklasse, die Klassen 1-4, hatte 84 Kinder. In der Oberklasse, die Klassen 5-8, waren 52 Schüler. Da ich die beiden Klassen nicht gleichzeitig unterrichten konnte, fand der Unterricht in der Oberklasse vormittags und in der Unterklasse nachmittags statt. Jede Klasse hatte 15 Stunden pro Woche. Ich unterrichtete in den Fächern Rechnen, Deutsch, Heimatkunde, Erdkunde, Geschichte, Religion und Singen.

Da viele Männer und auch das männliche Dienstpersonal zum Kriegsdienst eingezogen waren, mussten die Kinder zu Hause kräftig mitarbeiten und hatten daher nicht viel Zeit für die Schule und für Hausaufgaben. Auch die Schulbücher waren ein Problem, denn die Schüler hatten nur alte Bücher, die sie von ihren älteren Geschwistern übernommen hatten.


Schulleiter Georg Engelbart mit seiner Klasse, 1934

Schulleiter Georg Engelbart mit seiner Familie

Nach anfänglichen Schwierigkeiten kam ich dann sehr gut mit dem gleichzeitigen Unterricht von 4 Jahrgängen zurecht. Im Rechnen z.B. hatte die 1. Klasse den Zahlenraum bis 20, die 2.Klasse bis 100, die 3. Klasse bis 1000. Die Zahlen der Aufgaben für die 1. Klasse nahm ich für die 2. Klasse mit 3 mal und so fort.“

Lehrer und Schulleiter Georg Engelbart, der nach dem ersten Weltkrieg wieder sein Amt übernommen hatte, schied 1947 aus dem Schuldienst aus.

1917 
Die Gemeinde Edewecht übernimmt die Schule. Der neben dem Hauptgebäude stehende Stall wirdabgerissen.

1945 
Das Schulgebäude wurde im zweiten Weltkrieg kaum beschädigt. Durch den Zustrom der „Flüchtlinge“ nach 1945 wuchs auch die Zahl der Schüler stark an, so dass wieder einmal Schichtunterricht erfolgen musste.

1952 
Um die Raumnot zu beenden, wurde der Schule 1952 eine Baracke, die bisher in Westerscheps benutzt worden war, zur Verfügung gestellt. Die Einrichtung dieser Schulbaracke erfolgte größtenteils durch freiwillige Mithilfe der Dorfbevölkerung. Im August 1952 konnte dann die Einweihung und Inbetriebnahme dieses 3. Klassenraums erfolgen.

1960 
erfolgte dann endlich der Bau des heutigen Schulgebäudes. Durch Austausch mit J.D. zu Jeddeloh war das Schulgelände vorher vergrößert worden.

Am 16.12.1960 wurde ein großes Richtfest gefeiert. Nach der Fertigstellung 1961 konnte der Unterricht in den neuen Räumen aufgenommen werden. 113 Jahre nach der Errichtung wurde die alte Schule abgebrochen und auf diesem Platz ein Schulleiter-Haus gebaut. Erst als 1963 auch die Turnhalle und auch ein in der Gemeinde erstmalig bei einer Schule eingerichteter Verkehrsgarten fertig gestellt waren, fand eine große Einweihungsfeier statt. Der derzeitige Bürgermeister August Heidkämper erinnerte dabei in seiner Ansprache, dass er vor 67 Jahren, also 1896, hier in Jeddeloh eingeschult worden sei. Auch zu seiner Zeit hätte Schulraumnot bestanden, so dass sie mit acht Schülern auf derzeit für vier Kinder gedachten Schulbänken hätten sitzen müssen.


Schulleiter Georg Stolle mit seinen Schülern, 1947

Der Schulneubau war zunächst als normale fünfklassige Volksschule geplant. Durch die Einführung des 9. Schuljahres wurde sie dann jedoch als sechsklassige Mittelpunktschule genutzt. Sie wurde auch von Schülern des 9. Schuljahres aus den Nachbarorten Jeddeloh II, Klein-Scharrel , Friedrichsfehn, Kleefeld und Portsloge besucht.

1965/66 
erfolgte eine erneute Veränderung. Inzwischen war Georg Stolle in Pension gegangen, und Hans-Hugo Breckow hatte die Leitung der Schule übernommen. Neben den Schul Jahrgängen 1-6 aus Jeddeloh I und dem 9. Schuljahr, das schon ein paar Jahre zu einer Jahrgangsklasse zusammengefasst worden war, wurden nun auch die Jahrgänge 7-8 aus Jeddeloh I und II zu Jahrgangsklassen zusammengeführt.

1968 
wurden die Schülerjahrgänge 5-9 nach Friedrichsfehn abgegeben.

1970 
wurde Jeddeloh I 1970 Mittelpunktgrundschule. Die Grundschüler aus den beiden Jeddelohs wurden in 8 Klassen zusammengefasst, so dass aus jedem Schülerjahrgang 2 Klassen gebildet werden konnten. Diese Regelung wird bis heute noch praktiziert.
Um den durch die Zusammenlegung entstandenen Klassenraummangel zu beheben, wurde 1970 auf dem Pausenplatz das bisher in Jeddeloh II für Klassenräume benutzte „Holland-Haus“ aufgestellt. Im April 1987 wurde dieser inzwischen stark überholungsbedürftige Bau wieder abgebrochen. Durch die Umgestaltung der früheren Dorfschule zur größeren Mittelpunktschule erhöhte sich natürlich auch die Zahl der Lehrer. Einen ortsansässigen Dorfschullehrer und einen Junglehrer, die im Ort auch außerhalb des Schulunterrichts in den Vereinen usw. tätig waren, gibt es nicht mehr.

So waren z.B. während der Schulleitertätigkeit von H.H. Breckow von 1965 bis 1979 30 Lehrer zum Teil nur kurze Zeit an der Schule Jeddeloh I tätig.

Verzeichnis der Schulleiter an der Jeddeloher Schule
Hauslehrer auf dem Hof J.D. zu Jeddeloh
1811 Schulhalter Brackendorf
1814 Schullehrer Gerd Eilers von Godensholt
1817 Hauslehrer Hinrich Wicke
1819 Hauslehrer Herr Meine
1820 Erste Erwähnung einer Schule. Lehrer Herr Meine
1834 Peter Friedrich Ludwig Schröder 
1837 (ca.) p.H. Schröder
1850 Johann Eilers?
1874 – 1888 Johann Diedrich Mönnich
1888 -1893 Johann Heinrich Haverkamp
1891 – 1898 Wilhelm Osterthum
1898 – 1906 Carl Siegfried Wenz 
1906 – 1912 Moritz
1912 – 1947 Georg Engelbart Hauptlehrer / Hermann Pöpken
1915 – 1918 Gustav Freytag (als Vertretung)
1947 – 1950 Georg Gardeier
1950: Georg Garms / Hans Genrich / Renate Krüger
1951 – 1965 Georg Stolle Hauptlehrer 
1953: Hans Genrich / Herr Sandstede
1959: Herr Grimm / Herr Hase / Frau Weber1965 – 1979 Hans-Hugo Breckow Hauptlehrer
1965: Herr Engelbarts / Herr Grimm / Frau Strahlmann / Herr Stolle
1979 – 2002 Martha Dünnebier
2002 – Karin Siemers-Schütte


Jeddeloher Schule, 1990



Jeddeloher Schule, 2006