Das Straßenverzeichnis enthält Straßen mit Häusern die vor 1945 in Jeddeloh gebaut wurden. 

Quelle: Emil Wieker, „Beschreibung der Höfe und Häuser in Jeddeloh I „. Für die Genehmigung, Daten daraus zu veröffentlichen und diese somit einem interessierten Personenkreis zugänglich zu machen, möchten wir uns ganz herzlich bei Herrn Wieker bedanken.

Die in den Hausnummern mit einer RIN Nummer vorkommenden Personen sind in meiner Datei erfasst und mit anderen Personen verknüpft. Das Personenverzeichnis mit den Hausbewohner und Besitzer finden Sie hier.

Straßennamenerklärung

Altenkamp

Ist ein alter Flurname. Das niederdeutsche „Kamp“ ist ein durch Wälle eingefriedigtes Stück Acker- oder Grünland. Lateinisch „Campus“ = „Feld“.

Auf der Harre

Hier befand sich früher ein Kiefernwald, wo Sand abgegraben wurde.

Bei der Erklärung des Namens gibt es mehrere Möglichkeiten.

1. Urgermanisch „harud“ gleich waldiger Höhenzug.

2. Urgermanisch „haru“ gleich sandiger Hügelrücken.

3. Mittelniederdeutsch „hare“ gleich Landstück, Anhöhe

Hinter dem alten Kamp

In einem „Inventarium“ der Höfe zu Jeddeloh von 1806 wird der „alte Kamp“ genannt. Das niederdeutsche „Kamp“ ist ein durch Wälle eingefriedigtes Stück Acker- oder Grünland. Lateinisch „Campus“ = „Feld“.

Hinterm Esch

Esch ist das älteste, hoch liegende, fruchtbare Ackerland der alten Bauernhöfe. Das Mittelniederdeutsche „esch“ bedeutet offenes, uneingehegtes Saatfeld.

Hinterm Kälberhof

In einem „Inventarium“ der Höfe zu Jeddeloh von 1806 werden der „große Kälberhof“, der „kleine Kälberhof“ und der „wüste Kälberhof“ genannt. Kälberhof ist die verhochdeutschte Form von niederdeutschen „Kalwerhoff“ (Hoff = Garten) anzusehen. Es war ein mit Obstbäumen bestandenes, eingezäuntes Stück Wiese beim Bauernhof, wo die ganz jungen Kälber weideten.

Hinterm Rhaden

In einem „Inventarium“ der Höfe zu Jeddeloh von 1806 ist von „Bauland bei halbherrschaftlichen Busch Rahen belegen“ und vom „Busch Rahre, halbherrschaftlich“ die Rede.

Der Flurname weist wohl auf eine alte Rodung hin. Die Ursprungsform ist mittelniederdeutsch „rode“. Dieses Wort taucht in seiner Stammnebenform auch als „-rade, – rath“ auf.

Jeddeloh

1260/70 Ydelo, Jetelo Lehnregister: 96, 103

1305 Yedelo OldUB 4: 60

1328 Giudelo OldUB 4: 423

1584 Iello Michaelis-Karte

1630 Ieddesloe Janssonius-Karte

1696 Ieddeloe Sanson-Karte

1761 Ieddeloh Friedrich-Karte

um 1802 Jeddeloh Vogteikarte Zwischenahn IV

1844 Jeddelohe Kohli 40 1*

1863 Jeddeloh Böse 359 2*

1934 Jeddeloh I,II OFO 22 3*

1999 Jeddeloh1, 2 Ortsbuch 530

1* Kohli, L. (1844) Handbuch einer historisch-statistisch-geographischen Beschreibung des Herzogthums Oldenburg …

2* Böse, K.H. (1863) Das Großherzogtum Oldenburg, topographisch-statistische Beschreibung Oldenburg

3* Ortschaftsverzeichnis für den Freistaat Oldenburg. Aufgestellt auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 6. Juni 1933.

Jeddeloherdamm

Er führt von Edewecht nach Jeddeloh. Sumpfige Gegenden wurde durch das Anlegen von Dämmen überbrückbar. Die Herkunft des Namens „Damm“ ist ungeklärt.

Rüsseldorf

Die Bezeichnung geht wohl auf einen alten Waldnamen Rüssel (Buschwald) zurück. Der Ursprung des Wortes liegt wohl in dem Niederländischen (Ruslo, Rijssel, rijs mit der Bedeutung: Gebüsch, Reisigbüsche, Strauchgewächs, Zweig)

Sandberg

Der Name Sandberg bezieht sich auf die Flugsanddünen rechts und links der Vehne. In Norddeutschland bezeichnet man jede kleine Erhöhung als „Berg“.

Der „Sandberg diesseits der Vehne“ trägt heute die Bezeichnung „Sandberg“

Der „Sandberg jenseits der Vehne“ wird im „Inventarium“ der Höfe zu Jeddeloh von 1806 erwähnt. Den „Sandberg über dem Fehne Fluss belegen, geringes Land“ und eine „Schafhütte auf dem Sandberg oberhalb der Fehne“. Gemeint ist damit das Gebiet „Ludwigsenweg“ das einen sandigen Untergrund hat.

Ludwigsenweg

Der „Sandberg jenseits der Vehne“ wird im „Inventarium“ der Höfe zu Jeddeloh von 1806 erwähnt. Den „Sandberg über dem Fehne Fluss belegen, geringes Land“ und eine „Schafhütte auf dem Sandberg oberhalb der Fehne“

Vehne

Der Name geht wahrscheinlich auf das friesisch-niederdeutsche Wort „veen“ (Moor) zurück. Eine andere Erklärung geht auf die Beweglichkeit des Wiesenbodens zurückgeht.

In der Urkunde von AD (Anno Domini) 787/788 im Ostfriesischem Urkundenbuch findet man die Vehne als „Fino-la“ , auf der Janssonius-Karte 1630 erscheint die Vehne als „Veenda flu“, auf der Grafschaft-Karte 1648 als „Veene Flus“ und auf der Sanson-Karte 1696 als „Wenne R.“

Scharrelerdamm

Es handelt sich um den von Jeddeloh 1 nach Klein Scharrel führenden Weg durch das Moor, um 1800 noch ein schmaler Knüppeldamm.

Tütjenbarg

Die Preiselbeere oder Kronsbeeren heißt im Ammerland „Tüütjebär“. Berg, also eine kleine Anhöhe, heißt auf Plattdeutsch „barg“. Hier wuchsen also wahrscheinlich auf einer Anhöhe die Preiselbeeren. Das Wort wurde dann wohl etwas verändert aus „Tütje(bär)nbarg“ lies man die mittlere Silbe einfach

weg.

Vegesacker Straße

Für Vegesack gibt es verschiedene Erklärungen.

1) Vege wird von Vehne abgeleitet. Man sah in Sack ein „höheres, trockenes, vorspringendes Areal am Wiesenland in einer Flussschleife.

2) Es gab in Edewecht (1459) einen Ritter Vegesack. Im zu Ehren hat man dieses Gebiet Vegesack genannt. Auch gibt es in diesem Zusammenhang folgende Geschichte.

An der Vehne vor der Hausnummer 6 soll sich nach Überlieferungen, nach einem Überfall auf Jeddeloh folgendes zugetragen haben:

„Nur ein Böseier, ein ganz junger Mann und den Knabenjahren kaum entwachsen, entsprang und flüchtete über das Moor nach der Vehne zu, von dem Knappen von Vegesack verfolgt. In der Todesangst sprang er in die Vehne und versteckte seinen Kopf unter einem Könkenblatt (Seerosenblatt). Zuletzt fing er an, den Knappen zu bitten, er möge ihm doch sein junges Leben lassen. Er habe den Ammerschen noch nie ein Leid zugefügt, sei heute zum ersten Male mitgezogen und wolle nie wieder an einem solchen Zuge teilnehmen. Aber sein Bitten half ihm nichts. „Ah watt“, sagte der Knappe von Vegesack: ‚Sla de Eier in de Pann, so kamt dor kien Küken van!‘ (Schlag die Eier in die Pfanne, so kommen da auch keine Küken von) und schoß ihm eine Kugel in den Kopf.“

3) Vegesack könnte zunächst ein Scherzname gewesen sein, mit der Bedeutung Fegetasche. Die Taschen oder Geldbeutel der Leute waren „leergefegt“. Es wohnten hier vielleicht arme Leute.