Entstehungsgeschichte von Jeddeloh I

Vor 2,6 Millionen Jahren begann die Temperaturkurve mit einem Eigenwilligen auf und ab. Es wurde kühler. Ewiges Eis erfasste die Nordhalbkugel der Erde.

Unbenannt Während der Elster-Kaltzeit vor 400.000 Jahren drangen die Gletscher, aus Skandinavien kommend, bis zu den Mittelgebirgen vor. Nach kurzen Warmzeiten, folgten nach heutigen Flüssen, die Saale und die Weichsel-Kaltzeit. Die Weichsel-Kaltzeit hatte ihren Höhepunkt vor 20.000 Jahren und reichte lediglich bis in den Berliner Raum.

In Skandinavien fielen die Niederschläge nur noch als Schnee, der auch im Sommer nicht mehr schmolz. Immer schwerer und mächtiger wurde die Schneedecke und verdichtete sich zu Eis. Durch den wachsenden Druck stiegen die Temperaturen an der Unterseite des Gletschers auf 0 Grad Celsius an. Es entstand ein Schmelzwasserfilm auf dem er landeinwärts rutschte bis in unser Gebiet. Zunächst stieß er schnell und ungehindert auf dem ebenen Untergrund vor. In seinem inneren Unmengen Sande, Kiesel, Geröll und Steine. Wo der Gletscher zum Stehen kam bildeten sich die sogenannten Endmoränen. Nach dem Rückzug des Gletschers blieb Schmelzwasser und die Gletscherfracht zurück. Mehrfach stieß der Gletscher vor und zog sich wieder zurück.

So blieb auch in Jeddeloh ein Sandberg, der Esch, zurück. Der Jeddeloher Esch ist mit 16,4 m die höchste Erhebung in der Gemeinde Edewecht. Umgeben war dieser Sandberg von einem Sumpfgebiet in dem das Moor entstehen konnte. Daher die „Insel im Moor“. Es war nur eine Frage der Zeit das sich die ersten Menschen hier niederließen.

Entstehung unserer Niederungsmoore

Als mit dem völligen Verschwinden des Inlandeises zugleich auch das Klima wieder wärmer wurde, stellte sich ein neues Pflanzenleben ein. Wir wissen für unsere engere Heimatgegend zwar nicht, welche Pflanzenarten sich zuerst hier ansiedelten, doch haben Bodenuntersuchungen im übrigen Ammerlande ergeben, dass vor der Vermoorung der Niederungsgebiete mit Niederungsmoor auf dem nährstoffreichen, lehmigen Talgrund schon Erlen, Weiden, ja sogar Eichen, Kiefern und Eiben wuchsen und diese mitunter dichte Wälder bildeten („Baasen, Carl: Das Oldenburger Ammerland“) . Sicherlich dürfte dies auch bei uns in der Aue – und Vehne-Niederung der Fall gewesen sein. Als mit der Zeit der Grundwasserstand anstieg und das Wasser in den Niederungsgebieten keinen Abfluss mehr finden konnte, siedelte sich hier auf dem nährstoffreichen Boden das Niederungsmoor an. Es wuchs laufend höher ins Gelände hinauf und erstickte so mit der Zeit allmählich vorhandenes Pflanzenleben. Auf der anderen Seite aber trug die Niederungsmoorbildung vor allem dazu bei, dass sich die Höhenunterschiede im Gelände in dem Maße verloren, wie wir sie auch heute noch im Bereich der Aue -und Vehne-Niederung erblicken. Dort, wo der Niederungsboden aus mageren, nährstoffarmen Sanden bestand und unter dauernder Nässe litt, entwickelte sich das Hochmoor.

Entstehung unserer Hochmoore

Hierzu Dr. h. c. Schütte:

Erst mit dem feuchteren (atlantischen) Klima begann der eigentliche Hochmoorwuchs, und gleichzeitig wanderten die Wärme liebenden Laubbäume Linde, Ulme und Eiche ein, die den Kiefernwald zurückdrängten, bis endlich auch die Rot -und Hainbuche das Waldbild ergänzte. Die 3000 – 3500 Jahre, die wir in der Kulturgeschichte als die jüngere Steinzeit bezeichnen, war die Hauptentwicklungszeit des älteren Moostorfes, des sogenannten schwarzen Torfs. Gegen Ausgang der Bronzezeit kam das Mooswachstum ins Stocken. In vielen Mooren kam es zur Bildung von Baum -und Heidebewuchs. Dann aber trat ein kühleres, feuchteres Klima mit stärkeren Niederschlägen ein. Es bildete sich nun der „weiße Torf“, der jüngere Moostorf, der heute

noch weiterwachsen würde, wenn nicht der Mensch die Moore entwässerte und ausnutzte. Mit der Zeit wuchsen die Moore zu großer Mächtigkeit heran, alle Vertiefungen im Geestboden ausfüllend, ja, sie wuchsen selbst über manche Geestbuckel hinweg und drangen in die Wälder ein, die sie zum Teil unter sich begruben, nachdem sie die Bäume zum Absterben gebracht hatten.“

Archäologische Bodenfunde

Der Bohlenweg

Moorgebiete In unserer Zeit betrachtet es wohl jeder Jeddeloher als eine Selbstverständlichkeit, dass er sich auf guten und festen Straßen und Wegen von einem Ort zum anderen bewegen kann. Nur selten denkt man daran, dass dieses einst mit erheblichen Schwierigkeiten und Gefahren verbunden war. Die erste „Straße“ über das Moor zwischen Edewecht und Jeddeloh war ein Bohlenweg, der wahrscheinlich aus dem 8. vorchristlichen Jahrhundert stammt.

Nach den Ausführungen von D. Zoller im Oldenburger Jahrbuch Bd. 80 ist nach einem Bericht des Amtes Zwischenahn vom 11. November 1819 dieser Bohlenweg schon Anfang des 19. Jahrhunderts bekannt gewesen. In diesem Dokument heißt es:

Ein anderes wie es scheinet noch weit älteres Denkmal des Altertums ist ein zu Edewecht neu entdeckter, mit einer wenigstens 4 Fuß mächtigen Torfschichte bedeckter Straßendamm, der von da durch das Moor von Jeddeloh führet. Dieser Damm, der ungefähr 8 Fuß breit sein mag, ist sichtbar ein Werk menschlicher Kunst und Arbeit, die man sehr deutlich an den zum Teil sehr starken Baumstämmen und der Art und Weise wie sie neben -und übereinandergelegt werden, bemerken kann. Da vieles von dem Holze noch brauchbar ist, so ward es von ärmeren Leuten zum Teil schon weggeholet und zu ihrem Nutzen verwandt, doch ist immerhin ein bedeutender Teil dieses Straßendammes vorhanden und ist es mehr als wahrscheinlich, dass sich unter dem noch nicht abgegrabenen Moor noch eine vielleicht nicht unbedeutende Fortsetzung desselben finden werde.“

Oberkammerherr von Alten schreibt über seine Untersuchung des Bohlenweges 1875/76 u.a.:

Später wurde die Kartierung des Bohlenweges vorgenommen, welcher, das nördlich Jeddeloh belegende Moor überbrückend, die Höhen von Edewecht und Jeddeloh miteinander verbindet. Derselbe ist sehr fest angelegt, die gespaltenen Stämme (Bohlen) fassen nach Westen zu übereinander, woraus zu schließen ist, dass der Bau von West nach Ost, also von der Richtung der Ems aus, vorgenommen wurde.

Gewaltige, zugespitzte eichene Pfähle, von nahezu 3 Meter Länge, waren in den Boden gerammt, welche unter sich mit eingekerbten Längshölzern, auf 2-3 Meter, verklammert waren. In einer Breite von etwa 3 Meter lagen die erwähnten Bohlen dicht aufeinander, sehr selten war nur ein anderes Stück Holz zur Ausfüllung einer Lücke benutzt worden.“

Ein 1949 von H. Hayen gemachter Versuch, weitere Spuren von dem nördlich des jetzigen Weges zwischen dem Anwesen von Kapels, Hinterm Alten Kamp, und Lübbers in Edewecht zu entdecken, hatte keinen Erfolg.

Fund einer römischen Bronzekasserolle

In den „Archäologischen Mitteilungen aus Nordwestdeutschland“ Heft 12, 1989, herausgegeben vom Staatl. Museum Oldenburg für Naturkunde und Vorgeschichte Oldenburg, berichtet W. Hajo Zimmermann über einen weiteren Fund u.a. folgendes:

Kasserolle2„Im Niedersächsischen Staatsarchiv in Oldenburg ruht in den Akten des Oldenburger Vereins für die Landesgeschichte und Altertumskunde (Bestand 279, H.7.No 50) ein Brief aus dem Jahre 1853 von F. Heinje an den Archivar am Haus -und Zentralarchiv, Oldenburg, Dr. Leverkus. Dieser Brief enthält einen Fundbericht und eine kleine Skizze von einer heute verschollenen römischen Kasserrolle:
„Herrn Dr. W. Leverkus wohlgeboren Oldenburg
Bringer dieses Briefes, ein Mann der ein Geschirr aus dem Altertum an sich gebracht hat und verkaufen will, dass hier vor 5 bis 6 Jahren beim Torf graben unten im Moore, in der Nähe, wo der Tradition zufolge vor mehreren Hundert Jahren zu Jeddeloh ein Schloss gestanden haben soll, welches von den oldenburgischen Grafen des Sommers besucht worden sei, aufgefunden worden ist. Wozu es gedient haben mag, kann ich nicht herausbringen, es sei denn, dass es bei Trinkgelagen als Prunklöffel die Humpen damit zu füllen, diente. Aber warum der kurze Stiel? Edewecht 1853 April 26

Ergebenst Fr. Heinje

P.S. Beim Auffinden ist dieses Geschirr ganz unbeschädigt gewesen, die Beulen sind später beim Gebrauch in der Haushaltung entstanden.“

Darunter die Schrift von Leverkus (freundl. Auskunft Dr. F.- W. Schaer, Nieders. Staatsarchiv, Oldenburg) mit der Skizze Abb.l sowie folgender Notiz:

„Eine Schöpfkelle aus Glockengut gegossen, bei Jeddeloh auf dem Grunde des Moores gefunden, ohne Figuren oder Schrift oder Verzierungen, wenn man nicht die ziemlich gradlinigen Striche rund um den Rand als Verzierungen gelten lässt.“

Weitere Funde

Ferner wurde in der Nähe des Bohlenweges, etwa 200 Schritt weiter westlich 30 cm tief im Moor ein Feuersteindolch gefunden (1887). Dieses etwa 20 cm lange Fundstück, das nach Zoller aus der endneolithischen Zeit stammt, befindet sich im Museum Oldenburg.

Ebenfalls im Museum Oldenburg findet man das Bruchstück eines durchlöcherten Schleifsteines, dass in der großen Sandkuhle von Jeddeloh beim Roden einer Eiche gefunden wurde. Er ist an der ausgearbeiteten und ausgekehlten Mitte abgebrochen. Als Zeitstellung wird für dieses Stück die Bronze-Eisenzeit angegeben.

Beim Bau des Hauses von Diedrich Frahmann, Tütjenbarg, wurde eine Feuerstelle mit Holzkohlen unter dem Moor im Sand gefunden. Dabei soll auch bearbeitetes Holz gefunden worden sein.

Urkundlicher Nachweis des Ortes

Der urkundliche Nachweis über die erste Erwähnung des Ortes Jeddeloh lässt sich nur sehr schwer führen. Auf der Suche nach Unterlagen wird man im Niedersächsischen Staatsarchiv, Oldenburg, fündig.

Dr. Eckhardt vom Staatsarchiv macht über die erste Nennung des Namens „Yedelo“ u.a. folgende Ausführungen:

„… das bei Baasen, Das Oldenburger Ammerland, 1927, Winkler, Chronik der Gemeinde Edewecht, 1974 und anderen Lokalhistorikern zitierte Ersterwähnungsjahr 1190 geht nicht auf eine Urkunde, sondern auf ein undatiertes Güterverzeichnis des Klosters Rastede zurück, das sich in dem hier verwahrten Rasteder Kodex befindet. Dieses Güterverzeichnis war von Lappenberg im Hamburgischen Urkundenbuch 1, 1842, S. 259 – 261 (hier S. 260) und nochmals im Friesischen Archiv, 2, 1854, S. 306 ff. (hier S.309) abgedruckt und auf 1190 datiert worden. Lappenberg kam auf diese Jahreszahl, weil in dem Verzeichnis mehrere Papsturkunden, darunter als jüngste eine von Clemens III. aus dem Jahre 1190 erwähnt werden. In dieser – im Wortlaut erhaltenen – Urkunde vom 24. März 1190 (vgl. Oldenburgisches Urkundenbuch 4, 1928, S. 13, Nr. 9) wird indessen Jeddeloh nicht aufgeführt. Das Güterverzeichnis, in dem, wie oben dargelegt, Jeddeloh genannt ist, wird nach inzwischen einhelliger Meinung der Fachhistoriker als „um 1305“ datiert. Zu diesem Datum ist es auch in dem erwähnten Oldenburgischen Urkundenbuch Nr. 60, S. 34 f. (hier S. 35) abgedruckt. Bereits Hermann Oncken hatte in seiner 1891 erschienenen Arbeit „Zur Kritik der oldenburgischen Geschichtsquellen im Mittelalter“ den dieses Güterverzeichnis enthaltenen Teil des Rasteder Kodex auf Ende 13./Anfang 14. Jh. angesetzt. Seitdem hat sich eine Datierung auf das 1. Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts in der Fachwelt völlig durchgesetzt – was leider in der Ortschronistik nicht überall bekannt geworden ist. Wenn somit 1190 als Erwähnungsjahr für Jeddeloh entfällt, so ist damit noch keineswegs gesagt, dass der Ort bzw. ein oder zwei Höfe nicht damals schon bestanden haben könnten. Einen sicheren Nachweis für die Existens des Ortsnamens Jeddeloh besitzen wir für die Zeit von etwa 1260 – 1270. In dem ebenfalls nicht mit einem Datum versehenes, aber mit guten wissenschaftlichen Argumenten auf diese Zeit datiertes Lehnsregister der Grafen von Oldenburg – Bruchhausen (vgl.“Die ältesten Lehnsregister der Grafen von Oldenburg und Oldenburg-Bruchhausen“. Hrsg. und erläutert von Hermann Oncken, 1893) kommt Jeddeloh auf S. 96 als „Ydeloh“ vor. Auf S. 103 wird der Zehnt in „Jetelo“ genannt. Bei Winkler, S. 38 wird „Jetelo“ mit der Jahreszahl 1260, „Ydelo“ mit dem Datum „um 1275“ versehen; es handelt sich in beiden Fällen aber um dasselbe Bruchhauser Lehnsregister von etwa 1260 – 1270. Sofern nicht noch ein früherer Nachweis gefunden wird, was aber sehr unwahrscheinlich ist, muß von dem Datum „um 1260/70 “ als ältestem schriftlichen Beleg für Jeddeloh ausgegangen werden.“

Weiter heißt es in diesem Schreiben:

„Dabei soll nicht in Abrede gestellt und darf nochmals betont werden, dass Jeddeloh I älter als diese 725 Jahre sein dürfte und vermutlich auch schon 1190 bestanden hat. Nur lässt sich das durch schriftliche Zeugnisse nicht beweisen“.

An der für Jeddeloh interessanten Stelle in der Urkunde, aus dem Hamburger Urkundenbuch, von angeblich 1190 heißt es: „Hec sunt Rona pheodalia monasterii Rastedensis in partibus Ambrie.“ (Dieses sind die Lehngüter des Klosters Rastede im Landesteil Ammerland.)…“Clinge recepit in pheodo a monasterio unam donum in Yedeloh“. (Klinge empfängt als Lehen vom Kloster einen Hof in Jeddeloh).

Es kann sich dabei um einen gewissen Johann Clinge, gräflich oldenburgischer Ministeriale, (Mitglied des niederen Adels) handeln. Genau lässt sich dieses aber nicht nachvollziehen, da der Name Clinge in verschiedenen Urkunden zwar erwähnt wird, jedoch häufig anders geschrieben wird und der Vorname auch variiert.

Es bleibt daher festzustellen, dass es eine Originalurkunde der Ersterwähnung von Jeddeloh nicht gibt. Jeddeloh scheint jedoch 1990 älter als 800 Jahre zu sein. Wie alt dieser Ort nun wirklich ist, lässt sich nicht mehr zweifelsfrei feststellen.

Da zu dieser Zeit also schon Gebäude in Jeddeloh standen, kann das Alter des Ortes nicht zweifelsfrei festgestellt werden, zumal mehrere historische Funde (datiert Bronzezeit) darauf hindeuten, dass eine Besiedlung des Raumes schon in die Zeit vor Christi Geburt zurückreicht, das wird besonders durch einen Holzdamm im Moor zwischen Jeddeloh und Edewecht belegt, der wahrscheinlich aus dem 8. vorchristlichen Jahrhundert stammt.

Seit 1547 sind zwei Hausmannsfamilien „zu Jeddeloh“ bezeugt, deren Nachfahren noch heute ortsansässig sind. Sie teilten sich als Vollbauern die trockeneren, landwirtschaftlich nutzbaren Eschböden.

Börn 1Namenserklärung

Ursprünglich war Jeddeloh mit Bruchwald oder Niederungswald bewachsen, worauf die Endsilbe „…loh“ (altdeutsch „lo“ = Wald) im Ortsnamen „Jeddeloh“ hinweist. Die Vorsilbe in wechselnder Schreibweise „Yede“ oder „Jete“ (altdt. „Gate“: Abfluss, Ausfluss)oder „Giude“ (altdt. „giutan“ = gießen) dürfte sich auf natürliche Abflüsse zur Vehne beziehen (F. Winkler). Wahrscheinlich spielte auch das Wasser aus den noch heute vorhandenen Quellen am Rande des Esches (Börn) eine Rolle.

Die ersten Ansiedler wurden nach dieser Flurbezeichnung „to Yedelo“ („zu Jeddeloh“) benannt.

Entwicklung des Ortes

Die Schreibweise des Ortes änderte sich im Laufe der Jahrzehnte ständig.

Auf der alten Kriegskarte des Stift Münster ca. 1630/40 wird die Lage des Ortes genauer dargestellt. Man findet auf der Karte Möglichkeiten die Vehne zu überqueren und über den Sommerweg Oldenburg zu erreichen.

erste Ansiedlungen

Auf der Karte um 1800 findet man auch die erste Bauernziegelei (Konzession von 1793).

Um den unfruchtbaren Sandboden des Esch kultivierbar zu machen verwendete man Moorplagen.

Die Plaggen wurden als Einstreu im Viehstall genutzt und die Mischung aus Plaggenmaterial und Mist lieferten eine Humusschicht. So wurde aus Sandboden Kulturboden. Der sogenannte Plaggenesch.

Durch die erstarrten Besitzverhältnisse ruhte die weitere Siedlungsentwicklung Jeddeloh’s weitestgehend.

Erst im 17. Jahrhundert kamen einige kleinbäuerliche Heuerleute oder Köter hinzu, die als Pächter bei den Hausmannsfamilien minderwertigen Grund und Boden am Rand des Esches bewirtschafteten und zusätzlich „Hofdienste“ leisten mussten.

So wurden 1681 in Jeddeloh „im Moor“ drei Wohnplätze und 31 Einwohner. Das Leben war für diese Ansiedler sehr hart.

Man sagt daher: „Der ersten Generation der Tod. Der zweiten Generation die Not. Der dritten Generation das Brot“.

Am 25.11.1793 erhielten die beiden Jeddeloher Hausleute Brun und Johann zu Jeddeloh eine Konzession zur Anlegung einer Ziegelbrennerei. Im Ort wohnten 51 Einwohner.

Noch 1800 zeigt die Oldenburgische Vogteikarte Jeddeloh als Drubbel, einen der ältesten nordwestdeutschen Siedlungstypen. Die kartografierte Altsiedlung besteht zu dieser Zeit aus den Gehöften der Vollbauer, dem Esch als Dauerackerland und den Gemeinheiten (Wald, Moor, Grünland der Vehne-Niederung).

Starkes Bevölkerungswachstum erhöhte zu dieser Zeit den Druck zur Aufteilung und Nutzung der Gemeinheiten. Dies gab einen starken Impuls zur Entwicklung Jeddelohs infolge der nun einsetzenden Kolonisierung der die Jeddeloh umgebenden Moore.

1815 zählte der Ort 21 Feuerstätten und 127 Einwohner.

Seit 1811 wurde eine private Schule bezeugt.

Am 13. November 1820 wurde dann in Jeddeloh die erste Schule in einem alten Heuerhaus an der „Wischenstraße“ gegründet.

1848 ein neues Schulgebäude „Hinterm Kälberhof“ errichtet.

1960 wurde dann das heutige Schulgebäude gebaut.

Seit 1970 war die Schule Mittelpunktschule, seit 2007 weiterhin Grundschule.

Esch3 Die seit 1829 erfolgte Privatisierung der Jeddeloher Gemeinheiten öffnete die Tore zu deren geordneter Besiedlung und Nutzung. Erste Ansiedlungen erfolgten an dem seit 1798 nutzbaren Weg zum Scharrelsberg (die heutige Ortschaft Kleinscharrel), dem Weg südlich in die „Jeddeloher Wiesen“ (dem heutigen Jeddeloh II) sowie dem unmittelbar östlich anschließenden Wildenlohsweg (heute: Kleefeld). Von der damit verbundenen Ausdehnung der Landwirtschaft zeugte auch eine 1858 errichtete Windmühle, die aber vor 1912 wieder abgebrochen wurde.

Die Insellage Jeddelohs wurde von 1830 bis 1840 auch durch den Bau einer das Moor in direkter west-östlicher Richtung durchquerenden gesandeten Wegeverbindung zwischen Oldenburg und Edewecht aufgehoben, die bis 1895 durch Pflasterung ganzjährig nutzbar wurde.

Am 10. Juli 1854 erhielt Christian Oltmanns eine Konzession für eine neue Ziegelei.

1902 kaufte der 1880 in Edewecht geborene Gerhard Bünting ein Grundstück mit Wohnhaus und Windmühle am Rande des Esches. Errichtete dort ein herrschaftliches Wohnhaus und eine Maschinenbaufirma und begann mit der Lieferung von elektrischem Strom.

1911/12 wurde der bei Regen oft aufgeweichte Sandweg nach Jeddeloh II gepflastert, die 1915 begonnene Pflasterung des Scharrelerdamms nach Kleinscharrel konnte kriegsbedingt erst 1927/28 beendet werden.

1925 zählte Jeddeloh I 456 Einwohner.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bildete sich in Jeddeloh eine evangelisch-freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die 1984 eine eigene Kirche errichtete.

1950 stieg die Einwohnerzahl auf 828 Einwohner an. Der Ort nahm 170 Kriegsvertriebene und Flüchtlinge auf.

1990 wurde das 800-jährige Jubiläum von Jeddeloh begangen, da die erste Erwähnung früher fälschlich auf 1190 datiert wurde.

2018 wohnen in Jeddeloh I 1063 Einwohner.

 

Quellen:

  • Albrecht Eckhardt (Hrsg.): Geschichte der Gemeinde Edewecht im Ammerland. Isensee, Oldenburg 2005, ISBN 3-89995-226-X
  • Heinrich Kruse, Klaus Kruse: Dorfchronik Jeddeloh I 800 Jahre. Eigenverlag 1990
  • Emil Wieker: Bauernhöfe, Siedlungshöfe und Wohnhäuser vor 1945 in den Ortschaften Jeddeloh I, Klein Scharrel, Jeddeloh II und Kleefeld Teil I. Regionalforschung in der Gemeinde Edewecht Bd. 2. Eigenverlag Edewecht 1995
  • Emil Wieker: Beschreibung der einzelnen Höfe und Häuser in Jeddeloh I vor 1945 (Nach Straßen und Wegen geordnet) Teil II. 3. Nachdruck. Eigenverlag Edewecht 1993.
  • Friedrich Winkler: Chronik der Gemeinde Edewecht. (1. Nachdruck von 1985) Eigenverlag, Edewecht 1974

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